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Reise ans Nordkapp vom 9. Mai - 18. Juli 2013

9. Mai 2013
Daheim – Bad Gandersheim
Wie entspannt wir unsere Reise angegangen sind, merkt man daran, dass wir am Reisemorgen verschlafen. Da wir aber alles schon am Vortag gepackt haben, können wir trotzdem zügig abfahren. Mit Hupen verabschieden wir uns von unseren Nachbarn. 
Auf einer öffentlichen Waage vergewissern wir uns, dass wir das WoMo nicht überladen haben. Super!
Die erste Rast nutzen wir dann für einen Frühstückskaffee. Die Fahrt verläuft sehr angenehm, da am Feiertag Christi Himmelfahrt keine Lastwagen fahren und der restliche Verkehr mehrheitlich Richtung Süden unterwegs ist.
Kurz vor Hannover, in Bad Gandersheim, übernachten wir das erste Mal.

10. Mai 2013
Bad Gandersheim - Århus DK
Am nächsten Tag machen wir Zwischenhalt in Lüneburg. Bei blauem Himmel erkunden wir die Altstadt und essen in einem Gartenrestaurant zu Mittag.

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Danach fahren wir weiter bis Århus DK.

11. Mai 2013
Århus DK – Skagen DK
Am Samstag fahren wir auf den Camping Greenen in Skagen. Hier bleiben wir 2 Nächte, da unsere Fähre ab Hirtshals erst am Montagmittag fährt. Der CP ist in Fussdistanz zum Ort und so geniessen wir einen Abend am Hafen in einem Fischrestaurant. Wir können draussen sitzen und eine Live-Band geniessen.

12. Mai 2013
Aufenthalt in Skagen
Am Sonntag wandern wir mit Daggi durch die Dünen und am Strand entlang nach Greenen am nordöstlichsten Zipfel Dänemarks, wo Nord- und Ostsee (Skagerrak und Kattegat) „aufeinander prallen“.

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Von links die Nordsee (Skagerrak) und von recht die Ostsee (Kattegat).

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13. Mai 2013
Skagen – Hirtshals DK – Kristiansand – Lindesnes N
Am Montagmorgen machen wir uns auf den Weg zur Fähre in Hirtshals. Es regnet die ganze Zeit. Die Überfahrt ist aber ruhig. 
Wie wir uns der Küste Norwegens nähern, scheint dann doch die Sonne. Einen besseren Empfang in Norwegen konnten wir uns nicht wünschen. Wir melden Daggi am Zoll an und verlassen Kristiansand. Unterwegs kaufen wir noch ein und beziehen Norwegische Kronen. Unser Ziel für die erste Nacht ist der CP Lindesnes. Der CP liegt sehr idyllisch in einer kleinen Bucht.

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14. Mai 2013
Lindesnes – Stavanger
Vor unserer Fahrt nach Stavanger, besuchen wir noch die südlichste Spitze Norwegens, Lindesnesfyr oder auch Südkapp genannt. Für unsere geplante Reise ein guter Start.

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Auch unsere Begleiterin Daggi schaut ganz interessiert.

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Die Fahrt nach Stavanger führt uns durch sehr hügeliges Land, wo die Gletscher ihre markanten Spuren in die Felsen gezeichnet haben. Und immer wieder sehen wir Seen und Bäche. Wir scheinen den Frühling überholt zu haben. Die Laubbäume sind alle noch kahl.
Nach dem Einchecken auf dem CP Mosvangen begeben wir uns zu Fuss in die Stadt. Der erste Teil führt uns auf einem wunderschönen Uferweg rund um einen kleinen See. Das Klima scheint hier milder. Aber auch hier ist die Natur noch später dran als in der Schweiz. In den Stadtgärten hat die Blüte der Tulpen noch nicht angefangen.  In Gamle Stavanger stehen schmucke weisse Häuser in engen Strassen. Am Hafen können wir in einem Gartenrestaurant ein Glas Weisswein geniessen. Danach erkunden wir noch mehr von dieser Hafenstadt.

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Den Weg zurück machen wir mit dem Bus. Da der Busfahrer anscheinend kein Wechselgeld hat, müssen wir nicht mal was bezahlen.

15. Mai 2013
Stavanger - Lofthus
Am anderen Morgen führt uns die Fahrt nun erstmals ins Land der Fjorde. Bei der Abfahrt ist es noch trocken, doch schon bald beginnt es, für uns erstmals in Norwegen,  zu regnen. Und es hört nicht mehr auf. Wir fahren auf der E39 Richtung Norden, unterqueren zweimal mit Tunnels das Meer und setzen dann mit der Fähre über.  Nicht viel weiter, auf der E134 Richtung Osten holt uns dann der Winter ein. Überall liegen noch Schneereste und teilweise sind die Seen noch gefroren.
Ab Odda am Sørfjorden ist das Klima wieder milder. In den Obstplantagen an den Hängen entlang des Fjordes scheint die Blüte in den Startlöchern. Wir fahren auf den CP Lofthus, der sich auf einem Hochplateau über dem Fjord befindet, inmitten einer Obstplantage.

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16. Mai 2013
Lofthus – Bergen
Nach dem langanhaltenden Regen gestern sind wir vom neuen Tag überrascht. Die Sonne scheint bereits beim Aufstehen. Ein tolles Gefühl. Wir fahren dem Sørfjord entlang bis Brimnes. Auf dem Weg zur Fähre fahren wir über eine riesige Baustelle. Noch in diesem Sommer soll die Fähre durch eine der grössten Brücken Norwegens ersetzt werden.

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Am anderen Ufer führt ein 7.5 km langer Tunnel durch das Bergmassiv zum Hardangerfjord. Auch hier ist der Frühling bereits weiter fortgeschritten. Wir fahren die Strecke dem Fjord entlang nach Norheimsund. Von da fährt man über einen Pass (454m) Richtung Norden. D.h. innerhalb von 10 Minuten fahren wir vom Frühling (0 müM) in den Winter zurück. Wir fahren durch ein Skigebiet, wo es noch hohe Überreste von Schnee hat.
Die Szenerie um die Fjorde erinnert uns oft etwas an die Berge und Hänge rund um den Vierwaldstättersee.
Richtung Bergen nimmt der Verkehr immer mehr zu. Wir fahren von Osten her kommend den CP Bratland an. 
Nach dem Anschliessen des WoMos fahren wir gleich mit Bus und Bybanen ins Zentrum von Bergen. Wir schlendern durch den Fischmarkt, dem Hafen entlang nach Bryggen, dem Wahrzeichen von Bergen. In einem idyllischen Hinterhof-Café geniessen wir ein feines Beerendessert und einen leckeren Cappucino.

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Mit Zug und Bus geht es wieder zurück.
Auf dem CP werden wir darauf aufmerksam gemacht, dass morgen, am 17. Mai wegen des Nationalfeiertages alles dicht ist. Wir sind gespannt und lassen uns überraschen.

17. Mai 2013
Nationalfeiertag in Bergen
Nach dem Ausschlafen frühstücken wir gemütlich. Während Rolf mit Daggi einen ausgiebigen Spaziergang macht, schreibe ich erstmals an meinem Reisebericht. Nach dem Mittag begeben wir uns wiederum mit Bus und Zug in die Stadt. Der Bus kann allerdings nicht bis zum Ziel fahren. Ein Schülerumzug stoppt ihn. Es heisst „alles aussteigen“ oder Achselzucken beim Fahrer mit den entschuldigenden Worten „as far as here“. Es sind aber nur noch einige 100 Meter bis zur Bybanen nach Bergen.
Alles ist auf den Beinen. Die Frauen tragen fast ausnahmslos und mit viel Stolz ihre Trachten. Die Männer tragen entweder auch eine Tracht oder einen dunklen Anzug. Und alle winken mit ihren Fähnchen.

Daggi haben wir im WoMo zurückgelassen. Sie ist sich gewohnt allein zu sein. Ihr würden der Lärm und die Menschenmenge nicht gefallen.
Nachdem es lange trocken war, beginnt es dann wieder zu regnen. Aber das stört die Norweger nicht. Die Härtesten harren sogar mit Schirmen noch im Strassen-Restaurant aus.

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Den Abend verbringen wir dann im geheizten WoMo.

18. Mai 2013
Bergen - Loen
Wir verlassen Bergen Richtung Norden. Die Route beinhaltet einmal mehr die Fähre (Ytre Oppedal - Lavik). Ab Sande machen wir einen Abstecher über die E610/E13 vorbei an einigen der Gaula-Wasserfälle.

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Der Haukedalsvatn liegt nur auf 279 müM, aber die Wasseroberfläche ist mehrheitlich noch mit einer Eisschicht überzogen.

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Wir fahren zurück auf die E39 bei Moskog. In Byrkjelo biegen wir ab auf die E15 Richtung Norden, da wir auf unserer Reise unbedingt den Geiranger-Fjord besuchen wollen. 
Die Strassen sind immer wieder sehr eng, so dass wir sogar einmal mehrere 100 Meter zurücksetzen müssen, um einen Lastwagen mit Anhänger passieren zu lassen.
Bevor wir zum Innvikfjorden hinunterfahren halten wir auf einem Aussichtsparkplatz und geniessen ein tolles Panorama.

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In Loen fahren wir auf den CP Lo-Vik. Wir wollen noch etwas von diesem wunderbaren Tag draussen geniessen. Bereits beim Frühstück war es 16° und bis zum Abend wurden es heisse 27°. Sofort wechseln wir die Kleider in kurze Hosen und T-Shirt. Danach grillieren wir uns ein leckeres Stück Fleisch.
Auch Daggi geniesst es, sich draussen zu bewegen.

19. Mai 2013
Loen - Geiranger
Zum ersten Mal können wir draussen frühstücken. Die heutige Strecke ist eine besondere. Sie führt uns zum Geiranger-Fjord. Sie ist sehr kurvenreich und führt uns immer wieder an Wasserfällen vorbei.

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Die Strasse ist sehr gut ausgebaut. Für uns Schweizer ist es ja auch fast, als ob wir eine Passfahrt in den Alpen machen.
Die neue Strasse beinhaltet 3 Tunnels und kürzt den Weg um ca. 35 km ab. Die alte Strasse führt über ein Sommerskigebiet und hat immer noch Wintersperre.
Der See vor der Djupvasshytta ist noch gefroren und links und rechts der Strasse türmen sich noch Schneewände, die aber heute bei diesem warmen Wetter immer wieder auf die Strasse fallen.

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Die Hütte scheint ein beliebter Ausgangspunkt für Skitouren-Wanderer zu sein. Wegen des warmen Wetters starten viele in kurzen Hosen. Zusammen mit den Skischuhen sieht das sehr eigenwillig aus.
Die Strasse runter zum Geiranger wird in unserem Führer als "achterbahnähnlich" beschrieben.

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Nachdem wir auf dem Geiranger-CP eingecheckt haben, sehen wir uns das Dörfchen an. Da etwas später noch ein Sight-Seeing-Schiff losfährt, kaufen wir uns Tickets.
Der Geiranger-Fjord ist 16 km lang und 260 m tief. Er ist 85 km vom offenen Meer entfernt. Pro Jahr wird der Fjord von 170 Kreuzfahrtschiffen angefahren. Leider ist bei unserem Besuch kein solches Schiff im Fjord.
Die Fahrt hat uns aber sonst sehr viele tolle Eindrücke hinterlassen.

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Die Bauernhöfe an den Steilwänden des Geirangers sind heute alle verlassen, werden aber von einem Verein instand gehalten.
Auf dem Ziegenhof "Skagefla" hielten sich die Bauersleute über 100 Ziegen, 60 Schafe, 6 Kühe und 1 Pferd. Wenn die Eltern mit Arbeit beschäftigt waren, wurden die Kinder mit Seilen gesichert, damit sie nicht abstürzten.

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Das Klima am Geiranger ist auch ziemlich mild. Auf dem folgenden Hof wurden zu seiner Zeit sogar Tomaten und Aprikosen geerntet.

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20. Mai 2013
Geiranger - Kristiansund
Die Abfahrt in Geiranger sieht schon vorher spektakulär aus: 11 Haarnadelkurven, der sogenannte Adlerweg.

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Und dann zur Belohnung noch einmal den Blick zurück!

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Schon bald bringt uns unsere Reise wieder zu einer Fährüberfahrt über den Norddalsfjord (Eidsdal - Linge). Leider ist die Strasse über die Trollstiegen wegen Wintersperre noch geschlossen. So fahren wir auf direktem Weg Richtung Kristiansund. Es wird als "Venedig des Nordens" bezeichnet, da die Stadt über 3 Inseln verteilt ist. Für uns hatte es aber kaum Ähnlichkeit. Und weil Pfingstmontag war und deshalb alles geschlossen, hat sich die Stadt als ziemlich verlassen und öde gezeigt.
Wir haben uns dann zum Trost ein feines Nachtessen in einem Fiskerestaurant gegönnt.
Inzwischen war dies der dritte Tag mit Temperaturen nahe der 30°.

21. Mai 2013
Kristiansund - Trondheim
Heute regnet es bereits am Morgen. Der Asphalt dämpft und in den Hügeln hängt Nebel. Aber bald wird es wieder heller, die Sonne scheint wieder. Auf der Fähre über den Halsafjorden erwischen wir den letzten Platz. 
Wir fahren zum Storsand Camping im Norden von Trondheim und geniessen am Nachmittag das tolle Wetter. Bei einem Strandspaziergang am Trondheimfjord. Auch Daggi kann sich da mal wieder so richtig austoben.

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Später am Abend beginnt es dann zu regnen.....

22. Mai 2013
Trondheim
..... und hört nicht mehr auf. Es regnet konstant und hat auf 7° abgekühlt. Wir nutzen die Zeit, um am Reisebericht zu arbeiten und Fotos zu ordnen und zu beschriften. Nach dem Mittag lässt der Regen dann doch etwas nach und wir fahren mit dem Bus nach Trondheim. Nach einem Besuch des alten Stadtteils fahren wir mit dem Bus zurück und wärmen uns mit Suppe und Tee wieder auf.

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23. Mai 2013
Trondheim - Vik
Am Morgen ist es wieder trocken. Und während des Tages wird es immer schöner.
Wir fahren Richtung Norden bis Steinkjer und dann weiter auf die Küstenstrasse Rv17. Viele Kilometer fahren wir durch dichte grüne Wälder. Hier scheint der Frühling wieder weiter fortgeschritten. Und immer wieder fahren wir an Seen vorbei. Viele Uferbereiche sind überschwemmt. Es scheint auch hier viel geregnet zu haben.
In Holm nehmen wir die Fähre nach Vennesund. Da suchen wir nach einem CP und verfahren uns. Und da passiert es.... Wir sehen unseren ersten Elch! Und es wird der Einzige bleiben.

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Wir finden dann doch noch einen wunderschönen CP in der Nähe von Vik, direkt am Meer. Es scheint ein beliebter CP für Angler zu sein. Es hat einen kleinen Hafen und viele Boote zum Mieten. Ebenso hat es am Strand eine Hütte, wo die gefangenen Fische verarbeitet werden können. Das Büro ist eher ein Angler-Shop als eine Rezeption.
1 Tag und 300 km nördlicher (als Trondheim) bescheren uns auch bereits Tageslicht bis mitten in der Nacht.
Um 22.00 Uhr

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Um 23.45 Uhr

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24. Mai 2013
Vik - Levang
Heute morgen ist es noch trocken und einem langen Spaziergang mit Daggi steht so nichts im Weg. Wir sind schon fast wieder beim WoMo als uns ein heftiger Regenschauer erwischt. Wir warten das Schlimmste noch ab, packen dann zusammen und fahren weiter. Die Strecke wäre sehr sehenswert, aber durch den Regen sind wir leider eingeschränkt. Wir besuchen weder den "Torghatten" noch die "Sju søstre".
Wir benutzen heute 2 Fähren. Die zweite von Vevelstad nach Tjøtta ist sehr interessant und führt zwischen vielen kleinen Inseln hindurch. Leider habe ich wegen des Wetters die Kamera nicht mit nach oben genommen. Auf dem Weg zum heutigen CP Sjøbakken überqueren wir dann aber noch eine sehenswerte Brücke.

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Der CP liegt genau gegenüber der Fähre von Levang nach Nesna. Auch dieser scheint für Angler konzipiert zu sein, mit Mietbooten und geeigneten Räumlichkeiten.
Morgen soll auch das Wetter wieder besser werden.

25. Mai 2013
Levang
Es ist trocken, aber die Wolken hängen tief.
Wir bleiben im Angler-Camp. Wir machen uns auf zu einem langen Spaziergang. Fast stündlich fährt die Fähre vorbei.

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Am Mittag erhalten wir von einem deutschen Angler eine ganze Seite eines Fisches. Die Angler haben alle Fische im Überfluss und verschenken gerne etwas davon. Am gleichen Abend werden wir auch noch zum Hering-Essen eingeladen. 107 Heringe hat dieser Angler die Nacht vorher gefangen und backt sie nun für alle Camp-Bewohner im heissen Öl. Bei den Fischen wird nur der Kopf und die Innereien entfernt. Der Rest wird gegessen.

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Am Abend werden wir noch von einem wunderschönen Sonnenuntergang überrascht.

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26. Mai 2013
Levang - Bodø - Moskenes
Am Morgen herrscht bereits strahlend blauer Himmel. Vom Fährhafen werfen wir noch einen Blick zurück ins Camp.

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Der Berg im Hintergrund erinnert uns stark an "unsere Rigi".
Wir nehmen die Fähre nach Nesna. Danach fahren wir nach Mo i Rana. Es ist warm. Unterwegs haben wir Temperaturen bis zu 24°. Selbst am Polarkreis, den wir an diesem Nachmittag überqueren gibt es noch 14°. Das Polarkreiszentrum liegt auf einer langgezogenen Hochebene, dem Saltfjellet. Wir sind über der Baumgrenze und die Gegend ist sehr karg. Überall hat es noch Schneereste.

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Innerhalb kürzester Zeit sind wir zurück im Tal, wo alles üppig grünt und es auch wieder wärmer ist.
Wir fahren nach Bodø und warten auf die 21.00 Uhr Fähre. Wir sitzen in der Fähre zuvorderst in bequemen Clubsesseln und geniessen eine traumhafte Überfahrt: zuerst zwischen vorgelagerten Inselchen hindurch und dann mit der "Lofotenwand" vor uns. Zudem ist das für uns der erste 24h-Stunden-Tag. Die Mitternachtssonne sehen wir aber nicht, weil sie hinter den Bergen der Lofoten ist.

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Kurz nach Mitternacht legen wir an und "schleichen" uns auf den neben dem Hafen gelegenen Moskenes-Camping. Es ist absolut hell. Wir schliessen nur den Strom an und legen uns dann schlafen.

27. Mai 2013
Moskenes - Fredvang
Zuerst fahren wir nach Å, dem Ort mit dem kürzesten Namen.

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Wir erkunden zu Fuss den Ort und fahren dann weiter mit Ziel Fredvang. Nach Fredvang führen 2 sehr spezielle Brücken.

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Der CP liegt direkt am Meer. Wunderbare Sandstrände laden zum Spazieren ein.

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Im Uferbereich nisten viele Möven.

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Im Schatten ist es trotz blauem Himmel kühl. Aber im Windschatten hinter dem WoMo dafür umso heisser. Nach einer Kaffeepause nehmen wir zum ersten Mal unser KUBB hervor und spielen eine Runde.
Am Abend grillieren wir den geschenkten Fisch. Er schmeckt wunderbar.
Die Mitternachtssonne erleben wir leider nicht, da wir zu müde sind, so lange zu warten.

28. Mai 2013
Fredvang - Laukvik
Als wir um 9.15 Uhr aufstehen ist es bereits 19° warm, blauer Himmel und etwas Schleierwolken.
Wir fahren zurück über die zwei hohen geschwungenen Brücken. In Ramberg bestaunen wir den traumhaften Sandstrand. Er lässt eher an der Copa Cabana vermuten als im hohen Norden (einfach die Berge wegdenken).

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Wir halten immer mal wieder an und geniessen die Aussicht. Wir können uns kaum satt sehen. In Borg besuchen wir das Wikinger-Museum. Es ist ganz toll gestaltet.

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So fahren wir von einer Insel zur nächsten. In Kabelvåg kaufen wir noch ein. Danach fahren wir an der Küste entlang nach Laukvik an die Atlantikküste.

29. Mai 2013
Laukvik - Stramsjön
Um 0.30 Uhr wollten wir uns die Mitternachtssonne anschauen. Wir dachten, wir müssten dann ganz ruhig sein, um niemanden zu wecken.
Denkste! Als wir aus dem WoMo kommen, ist der ganze CP auf den Beinen. Aber leider sieht man die Sonne wegen der Wolken nicht.
Am Morgen erwachen wir dann erst nach 10.00 Uhr. Wir geniessen nur ein kurzes Frühstück und fahren bald los. Wir fahren von Laukvik weiter dem Atlantik entlang. Die Strasse ist lange Zeit gut ausgebaut. Den Grunnførfjord überqueren wir auf einem Damm.

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Den nächsten Fjord müssen wir umfahren. Da Bauarbeiten im Gang sind, müssen wir ein langes Stück auf unbefestigter Strasse fahren.
In Fiskebøl nehmen wir dann die Fähre nach Melbu. Die Vesterålen sind zuerst sehr flach, grün mit Landwirtschaft. In Stokmarkness fahren wir einmal mehr über eine bemerkenswerte Brücke.

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In Sortland biegen wir auf die Rv820 und fahren an die Südspitze von Langøya. Da geniessen wir eine traumhafte Aussicht. Auf dem Rückweg bleiben wir auf dem CP Fjordcamp. Und endlich sehe ich sie! Die Mitternachtssone. Um 01.00 Uhr kommt sie wieder hinter den Felsen hervor (Winterzeit wäre das ja Mitternacht).

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Und so hell ist es auf dem Rückweg zum WoMo drei Minuten später!

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30. Mai 2013
Stramsjøn - Stave
Wir fahren vom CP zurück über den Ryggelen-Pass Richtung Sortland. Dort biegen wir ab Richtung Antøya und fahren an der Westküste hoch bis nach Stave.
Dies ist für mich, vielleicht auch wegen des tollen Wetters, die schönste Strecke überhaupt. Kräftige Farben der Natur, des Wassers und immer wieder tolle Sandstrände. Im Hintergrund die Weite des Atlantiks. Wir befinden uns inzwischen bereits auf Höhe Island. Unser CP liegt direkt am Meer und an einem riesigen Sandstrand. Man kommt sich ganz sicher nicht vor wie im hohen Norden.

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Daggi schaut sogar, wie warm der Atlantik ist!

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31. Mai 2013
Stave - Tromsø
Wir fahren früh los, um in Andenes die Fähre um 8.30 Uhr zu erwischen. Sie fährt überhaupt erst seit einer Woche und nur zweimal täglich.

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Auf der Überfahrt sehen wir sehr viele Papageientaucher, aber leider nie nahe genug zum Fotografieren.
Ein Besatzungsmitglied macht uns noch auf eine spezielle Felsformation aufmerksam, die aussieht wie ein Segelschiff "The flying Dutchman".

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Die Überfahrt wird oft als unruhig beschrieben, da sie über das offene Meer führt. Heute war das Wasser fast spiegelglatt und die Einfahrt in den Gryllefjord wunderbar ruhig und einfach nur schön.

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Die Strecke bis zur nächsten Fähre nach Kvaløya ist für uns eine der schönsten.

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Wir sind überrascht, dass auf wenig Höhe (ca. 200 m.ü.M.) bei diesen sommerlichen Temperaturen immer noch Seen gefroren sind. Aber das macht wohl die nördliche Lage.

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Wir sehen links und rechts der Strasse auch grosse Lawinenschäden und noch grosse Schneefelder, die von diesen Lawinen zeugen. Dann aber auch wieder tolle Rastplätze am Meer.

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Am Nachmittag kommen wir in Tromsø an und zum Abendessen begeben wir uns in die Stadt.

1. bis 4. Juni 2013
Aufenthalt in Tromsø

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4. Juni 2013
Tromsø - Alta
Am gestrigen Nachmittag hat es seit 9 Sonnentagen zum ersten Mal wieder geregnet. Und die ganze Nacht nicht mehr aufgehört. Heute ist es wolkenverhangen, aber mehrheitlich trocken.
Unsere heutige Etappe führt uns über die letzten 2 Fähren auf unserer Reise ans Nordkapp. Wir biegen etwa 20 km südlich von Tromsø auf die Rv 91 ab und fahren auf dieser bis Breivik am Ullsfjord. Wir überqueren diesen und fahren weiter Richtung Osten zur nächsten Fähre: Lyngseidet - Olderdalen. Mit dieser Fähre kürzen wir uns einen langen Weg um den Storfjorden und den Kåfjorden ab.

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Der weitere Weg führt uns meistens der Küste entlang. Wiederum eine sehenswerte Landschaft. Irgendwann heute sehen wir auch die ersten Rentiere.
Beim Überqueren des höchsten "Passes" Nordnorwegens 402 m.ü.M. (kurz vor Gildetun) fahren wir wieder einmal vom Frühling in den Schnee.

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Dafür entschädigt uns die Aussicht auf den nächsten Fjord.

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Und nun stehen wir hier in Alta, und es geht nicht mehr so weit wie auch schon bis zum Nordkapp!

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Da der Wetterbericht für morgen und übermorgen gut sein soll, versuchen wir morgen dort einzutreffen.

5. Juni 2013
Alta - Nordkapp
Wir haben den Wetterbericht richtig interpretiert und machen uns bei strahlendem Wetter auf zu unserer letzten Etappe ans Nordkapp.
Dass diese letzten Kilometer langweilig sein sollen und das Nordkapp die Reise nicht wert, da es sowieso immer Schlechtwetter gibt, können wir überhaupt nicht bestätigen.
Für mich ist diese letzte Etappe eine der sehenswertesten und interessantesten überhaupt. Was aber zugegebenermassen sicher auch am Wetter liegt.
Die Strecke ist sehr abwechslungsreich, wenn man auch neben die Strassen schaut. Wir sehen wunderschöne Landschaften, flach und hügelig, Seen und Meer, die Natur, welche zu neuem Leben erwacht und massenhaft Rentiere. Kleinste Blumen und Moose geben dem Frühling seine Farben.
Überhaupt ist Norwegen ein einziges Farbenspiel.

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Um 15.09 Uhr sind wir dann am Nordkapp!

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Der nördlichste Punkt ist ja eigentlich nicht das Nordkapp, sondern der Knivskjellodden. Dieser ist allerdings nur durch eine Wanderung erreichbar.

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Sogar Rentiere suchen ihr Futter am Nordkapp.

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Und dann der Höhepunkt: Mitternachtssonne um 0.40 Uhr

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Und in die andere Richtung sieht man, wie hell es eigentlich noch ist (5 Minuten später).

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6. Juni 2013
Nordkapp
Da das Wetter so toll ist, nutzen wir die 48 Stunden Parkerlaubnis aus und bleiben noch einen Tag. Durch die Spaziergänge mit Daggi kann ich beobachten, wie sich der Frühling auch am Nordkapp zeigt.

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Wir schauen uns im Cinema den Film an, kaufen im Souvenirshop ein und begiessen unser erreichtes Ziel mit einem Schluck Sekt.
Nachdem sich die Temperaturen schon am Vortag von nachmittags 7° auf 10° um Mitternacht gesteigert haben, zeigt das Thermometer heute sogar T-Shirt-Wetter mit knapp 20°. Also stelle ich mir doch den Liegestuhl auf, um etwas zu lesen.

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Da wir einen Platz in der ersten Reihe haben, kann ich vom Liegestuhl aus beobachten, wie das Kreuzfahrtschiff AIDA am Nordkapp vorbeifährt. Es sind eindrückliche Bilder, die zeigen, wie hoch der Nordkappfelsen eigentlich ist. Die AIDA legt dann in Honningsvåg an und die Passagiere werden Stunden später mit Bussen zum Nordkapp gefahren. Wir sind froh, haben wir unsere Reise in der Vorsaison unternommen. Ich möchte mir das Gedränge in der Hauptsaison nicht vorstellen.

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Und dann naht auch schon wieder der Abschied vom Nordkapp. Wir sind dankbar, durften wir bis jetzt wettermässig eine so tolle Reise geniessen.
Aber sie ist ja auch noch lange nicht fertig.

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Wo Schatten ist, scheint auch immer die Sonne!

Rückreise vom Nordkapp in die Schweiz

7. Juni 2013
Nordkapp - Karasjok
Auf der Rückfahrt machen wir noch einen Abstecher nach Honningsvåg. In diesem Hafenstädtchen legen alle Schiffe an, inklusive der Hurtigruten, deren Passagiere dann mit Bussen ans Nordkapp gefahren werden.

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Kurz bevor wir in den Nordkapptunnelen einfahren, sehen wir noch die Hurtigruten vorbeifahren, die vorher ÜBER den Nordkapptunnelen gefahren ist.

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Wir fahren weiter über Olderfjorden und Lakselv nach Karasjok. Unterwegs befinden wir uns schnell wieder in einer üppigen Vegetation.

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Auch einen der letzten Fjorde geniessen wir noch einmal. Danach wird uns unsere Route an die finnische Grenze und hinüber nach Schweden führen.

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Wir checken im Camping von Karasjok ein. Karasjok ist die Hauptstadt der Samen und nur noch 18 km von der finnischen Grenze entfernt.

8. Juni 2013
Karasjok (N) - Pajala (S)
Der heutige Tag ist eine reine Fahretappe als Transfer von Norwegen über Finnland nach Schweden. Flüsse wechseln mit Seen ab und die reinen Birkenwälder werden zu Mischwäldern. Selbst diese Landschaft bietet immer wieder Neues. Es ist nur schwer, dies alles in Bildern festzuhalten.
Auf einer Lichtung am Flussufer konnten wir uns auch noch über eine Herde Rentiere freuen.

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Am späteren Nachmittag treffen wir dann in Pajala ein, unser erster CP in Schweden.

9. Juni 2013
Pajala - Seskarö
Wir folgen dem Torneälv. Erster Halt ist schon nach wenigen Kilometern. Der träge dahinfliessende Torneälv geht plötzlich in Stromschnellen über.

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Auf der heutigen Strecke überqueren wir auch wieder den Polarkreis, diesmal Richtung Süden. Das heisst, es bleibt nach wie vor in der Nacht sehr hell, da die Abenddämmerung gleich in die Morgendämmerung übergeht, aber die Sonne bleibt nicht mehr 24 Stunden über dem Horizont.

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Beim Kukkolaforsen geht das ruhige Wasser einmal mehr in beeindruckende Stromschnellen über. An dieser Stelle werden Felchen, die flussaufwärts wandern, gekeschert. Nach einem Spaziergang mit Daggi geniessen wir im Restaurant ein typisch schwedisches Sonntagsbuffet.

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Ziel unserer heutigen Etappe ist der CP Seskarö. Dieser liegt an einem Badestrand auf einer Insel, die über Dämme und Brücken über viele kleine Inseln erreicht wird.

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10. Juni 2013
Seskarö
In der Nacht beginnt es zu regnen und hört leider nicht mehr auf. Nur um die Mittagszeit scheint einmal kurz die Sonne. Wir machen uns übermütig auf zu einem Spaziergang ins Dorf.

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Leider ist im einzigen Café an der Ecke ein Hundeverbot. So gehen wir wieder zurück. Ich reinige mal wieder den Womo-Boden vom Staub und Sand. Kaum ist alles wieder im Womo versorgt, beginnt es erneut zu regnen. Wir haben die kurze Regenpause also optimal genutzt.

11. Juni 2013 
Seskarö - Luleå
Wir fahren der Küste entlang Richtung Süden. In Töre fahren wir zum Hafen und suchen eine gelbe Boje in der Hafenbucht.

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Diese kennzeichnet den nördlichsten Punkt des Bottnischen Meerbusens.
Bevor wir nach Luleå fahren besuchen wir Gammelstaden, das alte Luleå.
Seit Ende der Eiszeit hebt sich das Land um ca. 85 cm in 100 Jahren. Deshalb verlandete die Küste vor Luleå schon bald nach dessen Gründung. Dies war auch der Grund, warum das jetzige Luleå um 10 Kilometer weiter östlich neu gegründet wurde.
Gammelstaden besteht aus 400 Holzhäusern, die wunderschön erhalten und auch bewohnt sind.

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12. Juni 2013
Luleå
Da wir realisieren, dass wir unserem Reiseplan einige Zeit voraus sind, bleiben wir auch auf diesem CP wieder zwei Nächte. Wir verbringen die Zeit mit Spaziergängen, lesen und Tagebuch schreiben. Das Wetter erlaubt uns draussen zu grillieren.

13. Juni 2013
Luleå - Piteå
Auch die Stadt Piteå hat eine ältere Version, Piteå Gamla Staden, oder auch Öjebyn genannt. Dieser Ort ist nicht ganz so exakt angelegt wie Gammelstaden. Die Holzhäuser sehen z.T. aus, als wären sie irgendwo einfach hingestellt worden.

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Wir suchen uns dann im "neuen" Piteå einen Parkplatz und erkunden die Fussgängerzone dieser Stadt. Am Rand der Fussgängerzone gibt es auch schön angelegte Parkanlagen. Alles ist sehr gepflegt.
Für die Übernachtung fahren wir zum CP Pitehavsbadet, eine riesige Anlage direkt an einem langen Sandstrand.

14. Juni 2013
Piteå
Am Morgen trauen wir unseren Augen kaum. Es regnet zwar nicht, aber es ist so trüb und tief wolkenverhangen, dass man kaum etwas sieht, wenn man aufs Meer hinaus schaut.
Ein langer Spaziergang in den benachbarten Wald bringt etwas Abwechslung. Da diesem CP auch ein Hallenbad (Abenteuerbad) angegliedert ist, verbringen wir zur Abwechslung den Nachmittag da. Leider entspricht es nicht so unseren Vorstellungen und wir bleiben nicht so lange.

15. Juni 2013
Piteå - Byske
Erst am Morgen sehen wir, wie eigentlich der Strand ausgesehen hätte.

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Wir fahren der E4 entlang, aber nur kurz. In Jävre verlassen wir diese und fahren ins Landesinnere. Unser Ziel ist Fällfors. Zwischen Hemmingsmark und Halmfors ist auf die Strecke von 11 km eine Baustelle angegeben. Es zeigt sich dann, dass verschiedene Stücke der Strasse in der Länge von jeweils 20 bis 300 m nur über Schotter zu befahren sind. Dafür ist die Aussicht links und rechts neben der Strasse Natur pur. Die Pflanzen lassen den Schluss zu, dass das Gebiet sehr feucht ist.

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In Fällfors wollen wir uns ein Lachsobservatorium anschauen. Der Byskeälven wird über Stromschnellen zu einem reissenden Fluss. Den Lachsen wurde zur Unterstützung ihrer Wanderschaft eine Lachstreppe erbaut. In grossen "Schaufenstern" könnte man die wandernden Lachse beobachten. Leider sind diese Schauaquarien abgesperrt. Vielleicht noch etwas zu früh?

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Während unseres Haltes in Fällfors beginnt es zu regnen. Bis zum Abend wird es nun immer wieder heftige Regenschauer geben. Auf dem CP Byskehavsbadet bleiben wir vorerst im Womo. Erst am späteren Abend hört der Regen auf. Die Nacht ist trocken. Die Wiesen und Wege sind sehr tief und wassergesättigt.

16. Juni 2013
Byske
Heute morgen ist der Himmel wieder strahlendblau. Mit dem Wind bleibt die Luft aber kühl. Obwohl es "nur" 17° warm ist, tragen die Schweden gleich keine T-Shirts mehr und die Frauen zeigen sich im Bikini.
Wir ziehen uns über das Langarmshirt noch eine Weste an und machen uns am Mittag auf, dem Byskeälven entlang zu wandern. Den Weg haben wir gestern bei unserer Anfahrt gesehen. Er zieht sich idyllisch am Ufer entlang.

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Am Ende darf Daggi sich dann noch am Hundestrand abkühlen.

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17. Juni 2013
Byske - Arvidsjaur
Wir verlassen Byske der Küste entlang Richtung Süden. Wir haben gelesen, dass es in Skellefteå ein Einkaufszentrum gibt, dass vollkommen aus Holz gebaut ist. Wir kaufen in diesem Einkaufszentrum für die nächsten Tage ein. Es wirkt etwas industriemässig, wie Lagergebäude. Sicher speziell, aber nicht unbedingt sehenswert.
Wir fahren weiter ins Zentrum von Skellefteå. Im Stadtpark werden wir aber bereits von einem Regenguss überrascht. Wir suchen uns unter Vordächern einen trockenen Weg durch die Fussgängerzone. In einem Café essen wir einen Salat, bevor wir wieder zum WoMo zurückkehren.
Von Skellefteå fahren wir ins Landesinnere. Es ist das Tal des Goldabbaus. Leider sind viele Sehenswürdigkeiten immer noch geschlossen, da hier die Hochsaison immer noch nicht angefangen hat (erst Ende Juni). Auf dem Weg nach Arvidsjaur gibt es immer wieder gewittrige Regengüsse. 
Der CP liegt idyllisch an einem kleinen See mit Badestrand. Am Abend ist der Regen vorbei und es zeigt sich doch noch die Sonne, was eine ganz tolle Stimmung ergibt.

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18. Juni 2013
Arvidsjaur
Zu Fuss erkunden wir den ganzen Ort Arvidsjaur. Der Ort ist von mehreren kleinen Seen umgeben.

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Wir besuchen Lappstaden, eine Kirchenstadt der Samen. Diese haben nicht ganzjährig in diesen Hütten gelebt, sondern haben sich nur zu besonderen Kirchenfesten da getroffen und während 2 bis 3 Wochen in den pyramidenförmigen Hütten gewohnt. Die "normalen" Hütten dienten zur Vorratshaltung. In den pyramidenförmigen wohnten die Samen auf dem Boden. In der Mitte hatte es einen Kamin. Die spezielle Form diente einer optimalen Beheizung des Raumes.

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Nach dem Besuch eines "Heimatmuseums" machen wir uns auf den Rückweg. Wir sind sicher an die 4 Stunden unterwegs gewesen. Ein Eichhörnchen rennt noch über die Strasse und klettert in seiner Panik vor uns und v.a. vor Daggi auf den nächsten Baum.

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In Arvidsjaur gibt es übrigens überraschend viele Automobilhändler. Hier in der Nähe gibt es grosse Anlagen zu Winterfahrtests vieler Automarken.

19. Juni 2013
Arvidsjaur - Sandsjögården
Da der CP über einen grosszügigen Waschplatz für WoMos verfügt, versuchen wir einmal unsere Front etwas von angeklebten Mücken zu reinigen. Leider sind die Angriffe der lebenden so zahlreich, dass wir nur das allernötigste abwaschen und uns in die Flucht jagen lassen.
Im Dorf kaufen wir im Coop noch ein. Danach fahren wir über den Inlandsvägen (E45) nach Sandsjögården. Auf einer Hochebene fahren wir auf eine Herde Rentiere auf. Wir müssen anhalten, um auch noch den letzten Nachzügler über die Strasse gehen zu lassen.

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Auch auf der weiteren Fahrt sehen wir noch zweimal Rentiere. Einmal sogar zwei Mütter mit ihren Jungen.
Nachdem wir in Sandsjögården (bekannt aus "Auf und davon", Schweizer Fernsehen) ankommen, lassen wir uns im Restaurant von Caros Küche überraschen.

20. Juni 2013
Sandsjögården
Leider ist das Wetter sehr bescheiden. Dennoch erkunden wir zu Fuss mit Daggi die Umgebung des Sandsjön.

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Der Platz liegt sehr idyllisch am Sandsjön und bietet neben einem kleinen Campingplatz viele Hütten, die v.a. von Anglern genutzt werden. Auf dem Platz hat es natürlich viele Schweizer.

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21. Juni 2013
Sandsjögården
Über die Mittagszeit machen wir mit Daggi wieder einen langen Spaziergang, da sie am Nachmittag wegen des Middsommarfestes einige Zeit alleine im Womo bleiben muss. Das Wetter weiss noch nicht so recht, was es will. Aber es bleibt trocken.
Am Nachmittag helfe ich, die Middsommarstange zu schmücken.

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Auch das Wetter hat ein Einsehen und püntklich zum Ende der Vorbereitungen erscheint die Sonne.

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Als alles bereit ist, werden die Gäste zusammen gerufen. Vor allem in den Stugas (Hütten) hat es auch sehr viele Schweden.
Zum Beginn des Festes gibt es einen 5-Kampf. Vier Mannschaften mit je 4 Teilnehmern kämpfen mit Herzblut in den Disziplinen:
  • Sackhüpfen
  • Eierlauf
  • Apfelbeissen
  • Gummistiefel werfen
  • Seilziehen

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Nach diesem spannenden Wettkampf wird die Middsommarstange aufgestellt.

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Mit schwedischen Kinderreimen und -liedern wird danach um die Stange getanzt. Die Schweden können sehr ausgelassen tanzen und Feste feiern.

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Zum Nachtessen gehen wir in die Gaststube. Caro und Dany haben ein wunderbares Middsommar-Buffet hergerichtet. Es gibt verschiedene Sillarten (eingelegter Hering), gedämpfte Forelle, verschiedene Saucen dazu, Kartoffeln und Fleisch vom Grill. Und als Abschluss einen herrlichen White-Chocolate-Cheese-Cake mit Erdbeeren.
Zum Kaffee laden wir ein anderes Schweizer Paar zu uns ins Womo zu einem Nespresso ein.

22. Juni 2013
Sandsjögården - Fromhedens Fiskecamp
Nach dem Zusammenräumen verabschieden wir uns vom Sandsjögården und fahren nach Norsjö. Wir wollen in die Nähe von Örträsk, weil wir am Sonntag für die Linbanan, die längste Luftseilbahn der Welt, Tickets gebucht haben.
Der Regen der vorherigen Nacht hört schon bald auf, aber es bleibt trüb und neblig. Der CP Norsjö zeigt sich total verlassen und auch etwas verwahrlost. Da bleiben wir nicht. Wir fahren weiter und informieren uns schon mal in Örträsk über die Fahrt am Sonntag. Danach fahren wir zum nahegelegenen Fromhedens Fiskecamp, damit der Weg morgen nicht so weit ist. Der CP ist sehr gut besucht, wegen des Middsommar-Weekends.
Das Wetter zeigt sich bis zum Abend hin auch wieder freundlicher. 

23. Juni 2013
Fromheden - Umeå
Der heutige Tag steht ganz im Zeichen unserer Fahrt mit der "Linbanan". Diese längste Seilbahn der Welt wurde im 2. Weltkrieg innerhalb eines Jahres gebaut, um das Erz aus verschiedenen Gruben zu transportieren. Eröffnet wurde diese Bahn am 14. April 1943 und stand dann in Betrieb bis 1987. Die Bahn führte damals über 96 km. Nach der Schliessung hat ein Verein die Bahn auf einer Länge von 13.5 km als Attraktion für den Personenverkehr instand gestellt. Von Mitte/Ende Juni bis Mitte August kann diese Bahn besucht werden. Jeweils um 13.00 fahren von den beiden Stationen Örträsk und Menträsk je 14 Gondeln los. Davor kann man sich einen Film über die Entstehung anschauen. Auf die Fahrt kann man auch einen Lunch buchen.
In diesen Behältern wurden jeweils 1.4 Tonnen Gestein transportiert.

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Wir dürfen in die erste Gondel einsteigen. Fensterplatz ist jedem Passagier garantiert!

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Die ganze Fahrt über halten wir Ausschau nach Elchen oder anderen Tieren. Ausser einem Raubvogel und einigen Libellen sehen wir aber keine Tiere.

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Nach knapp einer Stunde kommt uns dann der Gegenverkehr entgegen.

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Und nach knapp 2 Stunden erreichen wir die Endstation.

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Nach und nach trudeln dann auch die anderen Gondeln ein.

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An diesem idyllischen Platz auf einer Halbinsel warten wir auf einen Bus, der uns wieder zum Ausgangspunkt zurück bringt.

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Daggi hat die Zeit über im Womo gewartet und freut sich, dass wir zurück kommen.
Wir fahren dann noch weiter bis Umeå. Es wird zwar nach wie vor in der Nacht nicht richtig dunkel, aber es genügt, um den Vollmond wieder einmal betrachten zu können.

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24. Juni 2013
Umeå - Barstahamn
Wir möchten zwar eine Strecke zügig gegen Süden fahren. Aber ich bestehe darauf, über die Höga Kusten zu fahren. Die Landschaft ist sehr üppig und hügelig, nicht so wie die felsigen Schären weiter südlich. Wir fahren zum kleinen Hafen Barstahamn. Der kleine CP dort liegt so ruhig und idyllisch, dass wir spontan entscheiden, die Nacht da zu verbringen, statt weiter zu fahren. Er ist sehr einfach, aber sehr sauber und zweckmässig. Er ist auch nicht bedient, sondern man trägt sich auf eine Liste ein und legt das Geld in einem Umschlag in einen Kasten.

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Auch Daggi geniesst das süsse Nichtstun in unserem langen Urlaub.

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25. Juni 2013
Barstahamn - Orsa
Welch eine Überraschung. Das gleiche Bild wie gestern Abend sieht heute morgen ganz anders aus. Über dem Wasser hat es Nebel. Über den Hügeln sieht man blauen Himmel. Das zaubert eine ganz spezielle Stimmung.


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Wir fahren weiter Richtung Süden und verlassen die E4 erst am südlichen Ende der Höga Kusten ein Stück, um in Mellanfjärden im Restaurant Sjögarden einen Lunch zu uns zu nehmen.

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Den ganzen Tag über begleitet uns wieder einmal strahlendblauer Himmel. Es ist ein Vergnügen, bei solchem Wetter unterwegs zu sein. Die Farben der Wiesen, Wälder und Seen sind sehr intensiv. In dieser Gegend sehen wir am Strassenrand auch immer wieder Lupinen. Bei uns eine gezüchtete Gartenblume, hier gibt es ganze Matten auf Wiesen und an Strassenrändern.

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Wir fahren ab Hudiksvall Richtung Westen nach Orsa. Eigentlich denke ich bereits an ein Bad im Orsasjön.
Aber ....

26. Juni 2013
Orsa
Am frühen Morgen beginnt es auf das Dach zu prasseln. Den ganzen Tag über regnet es fast ununterbrochen. Einmal denke ich, ich sehe Enten in der Pfütze vor dem Womo vorbei schwimmen. Aber bei genauerem Hinsehen sind es dann doch nur Möven.
Irgendwann am Nachmittag sehen wir auf dem Regenradar eine Regenpause und nutzen diese, um das Dorf zu Fuss zu erkunden. Etwas Bewegung tut ja immer gut. Wieder mal die Pause optimal genutzt, denn schon bald nach unserer Rückkehr geht der Regen weiter. Schade! 
So wechselt das Wetter manchmal von Tag zu Tag.

ab 27. Juni 2013
Da wir nun die letzte Zeit unseres Urlaubs kreuz und quer in Südschweden "abhängen" und es uns gut gehen lassen, wird der Reisebericht ab heute nur noch aus interessanten Bildern bestehen. Eine Zusammenfassung gibt es dann nach unserer Rückkehr in die Schweiz.
Weiterhin viel Vergnügen in dieser Bildergallerie!

Abendstimmung in Filipstad

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Storbrohyttan Filipstad

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Kindakanal bei Brokind

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Bootsfahrt in die Schären

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Fortsetzung in einer zusätzlichen Diashow SÜDSCHWEDEN!